Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965)

Kleine Einführung in Geschichte, Wesen und Wirkung des Zweiten Vatikanums, ausgehend vom Standpunkt der katholischen Tradition

von einer KJBlerin aus München

Warum beschäftigen wir uns mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil?

Seit dem Tridentinischen und dem Ersten Vatikanischen hat es in der Kirchengeschichte nur noch das Zweite Vatikanische Konzil gegeben. Daher ist es – als das letzte und uns zeitlich nächste Konzil − natürlich sehr bedeutend für uns. In der heutigen Theologie beruft man sich denn auch fast überall auf das Zweite Vatikanum bzw. den „Geist des [Zweiten Vatikanischen] Konzils“.

Ausschlaggebend für uns ist aber vor allem, dass auf diesem Konzil liberale und modernistische Kräfte, die bereits die Kirche untergruben, schließlich die Oberhand gewannen, was einen beispiellosen Umbruch in der katholischen Kirche herbeiführte:

„Man kann daher sagen, daß das II. Vatikanum die Initialzündung für den vollen Ausbruch der Kirchenkrise gewesen ist.“[1]

Zur darauffolgenden revolutionären Umgestaltung der Kirche und ihrer Öffnung zur Welt hin gibt es viele bestätigende Aussagen − von Lobrednern wie von Kritikern.

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DGW-Projekt: Wenn Jurastudenten sich in der Theologie verirren

von Anton Löhmer

Kürzlich fand ich auf dem Blog „katholon.de“ einen amüsanten Beitrag über meine Person. Zunächst stellte Simon Löschke einige Erwägungen darüber an, welche kirchenrechtlichen Strafen ich für meine Untaten auf mich gezogen haben könnte: Zumindest sei ich Schismatiker und damit automatisch exkommuniziert, vermutlich auch noch Häretiker – offenbar weil ich es wage, in puncto Religionsfreiheit dieselbe Meinung zu vertreten wie der Hl. Thomas von Aquin.
Danach wurde mir mit einem messerscharfen Argument bewiesen, daß das Konzil keinen Bruch mit der Tradition darstellen könne:  „Wenn das Lehramt hier sagt: hier findet kein Traditionsbruch statt, dann findet hier kein Traditionsbruch statt. Ganz einfache Sache eigentlich.“ Daß bei geringfügiger Aktivierung des Verstandes sofort erkannt werden kann, daß „Dignitatis humanae“ genau das lehrt, was von den Päpsten des 19. Jahrhunderts einhellig als Irrtum verurteilt und von Gregor XVI. als Wahnsinn bezeichnet wurde, interessiert den Verfasser nicht. Daß die wichtigsten Verfasser der Konzilserklärung, Yves Congar und Courtney Murray, ebendiesen Bruch mit der Tradition offen zugeben, interessiert ihn noch viel weniger, denn „nur der Papst, und mit ihm die Bischöfe haben das Recht, Texte und Lehrmeinungen zu interpretieren.“ Offenbar haben die dummen Konzilstheologen ihre eigenen Texte nicht richtig verstanden…

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