Wanderlager 2014 – „So, als wären Sie selbst dabei gewesen“

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von Markus Buchmaier, Theresia Mayr

Sonntag, 17. August 2014: Herzlich willkommen. Unser Abenteuer beginnt heute, am 17. August 2014, und Sie, verehrter Leser, sind dabei. Lassen Sie es sich nicht entgehen! Sie werden staunen, was man alles erleben kann. Haben Sie auch ja nichts vergessen? Isomatte, Schlafsack und Sonnencreme? Halt nein, der Rucksack darf nicht so schwer sein! Wer braucht schon vierzehn T-Shirts – weg mit dem Überfluss! Maximal zwölf Kilogramm Gesamtgewicht, das genügt! Die Reise startet schon, bitte einsteigen, der Zug fährt gleich ab. Von Klagenfurt nach Treviso fahren wir dreieinhalb Stunden. Nutzen Sie diese Zeit, um noch ein wenig auszuruhen.,,

Alle aussteigen“ heißt es, denn wir sind angekommen. Draußen scheint herrlich die Sonne und vor uns liegt das ruhige Städtchen Treviso. Auf zum Dom, in dem Pius X. als Spiritual des Seminars und Domherr die Messe zelebrierte. Danach heißt es Abschied von dem Plauderpartner nehmen. Zwanzig Jugendliche teilen sich in zwei Gruppen auf. Die einen ziehen los in Richtung Asolo, die anderen machen sich auf den Weg nach Paese.

Montag, 18. August 2014:

Buongiorno e benvenuto! Sie befinden sich jetzt bei der Gruppe des hl. Pius X. Denn nach alter Tradition darf jede Gruppe einen Schutzpatron wählen. Unsere Gruppe besteht aus vier Mädchen und sechs Jungs. Wahrscheinlich wissen Sie noch gar nicht, was bei einem Wanderlager auf Sie zukommt. Um ehrlich zu sein, das kann man im Vorhinein auch gar nicht wissen. Das ist auch gut so, denn nur so kann man lernen, auf Gott zu vertrauen. Trotzdem gibt es einige Prinzipien, auf welche das Wanderlager aufgebaut ist. Die Jugendlichen sind aufgeteilt in Gruppen zu je acht bis elf Personen. Jede Gruppe hat einen Gruppenleiter und eine Stellvertreterin. Jede Gruppe ist während der Woche alleine unterwegs und für sich selbst verantwortlich. Es gibt keinen festen Tagesplan, allerdings muss der Gruppenleiter für das gemeinsame Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) und das gemeinsame Gebet (Morgengebet mit freiwilliger Betrachtung, Tischgebet, Rosenkranz und Abendgebet) Sorge tragen und den Jugendlichen diverse Aufgaben, wie Kochen, Abwaschen, Vorbeten und Betrachtung-Halten, zuteilen. Somit ist jeder Einzelne aufgefordert, an einem harmonischen Gruppenleben mitzuwirken. Weiterlesen

KJB Wanderlager 2014 durch Katalonien – aus der ehrlichen Sicht eines Teilnehmers

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Von Michael Schlembach

Lieber Leser,

man hört ja immer so einiges rund um die Pribru. Pribru, wie es so schön im Neudeutschen heißt, ist die Abkürzung für die Priesterbruderschaft St. Pius X. Wenn man sich, wie jeder anständige Bürger heutzutage, erst mal brav bei Wikipedia mit wertvollem Wissen über diese Organisation versorgt, kommt einiges zusammen, dass einen erstmal schlucken lässt. Aber Papier beziehungsweise der Bildschirm ist ja bekanntlich geduldig. Trotzdem war ich dann doch neugierig und dachte mir, wieso eigentlich nicht mal probieren? Und da ich keine halben Sachen machen wollte, fing ich meine Kennlerntour mit einem drei-wöchigen Erlebnis beim „Sahnehäubchen“ der Organisation an, der Jugend der Priesterbruderschaft.

Mit dem Rat von Matthäus 7,16 im Hinterkopf − „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ – nahm ich mir dann im Frühling diesen Jahres den Terminkalender der katholischen Jugendbewegung der Pribru vor. In meinem Kopf spielte sich beim Betrachten des Angebotes dann ungefähr folgender Monolog ab: „Interessant, was da so alles angeboten wird. Treffen, Bildungswochen, Lager etcetera. Das klingt doch nach einer durchdachten Sache. Moment, für wann war nochmal das Lager vorgesehen? Im August? Und was macht man da? Ein Wanderlager? Katalonien? Also knapp drei Wochen − ist aber schon echt lang. Wer will denn schon so viel von seinen Ferien für ein Lager opfern? Was macht man da überhaupt so alles? Mit solchen Spießern… was die wohl sagen werden? Die haben sicher immer was auszusetzen. Zwischen 16 bis 27 Jahre alt soll man sein. Joa, das wäre ja auch meine Altersklasse. Und vielleicht sind ja auch ein paar gescheite Mädels dabei, mit denen man was anfangen kann. Hihi, wahrscheinlich nur so welche in Röcken aus dem Stoff von Omas Gardienen, den man unten nur noch wie einen Sack zuziehen muss. Oje, und dann auch noch sicherlich den ganzen Tag beten. Beten und entspannen macht doch irgendwie gar keinen Sinn. Die tun sicherlich nach außen nur so scheinheilig. Bekanntlich sind ja die Katholiken die schlimmsten. Wir wissen ja, was aus Sängern wie Madonna oder „Künstlern“ wie Marilyn Manson wurde, die eine christliche Erziehung genossen haben… Aber wieso nicht, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Gesagt, getan! Weiterlesen

RAPPORT ZUR CHORWOCHE 2014

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von Miriam Manser

Anfangs Juli im Himmel.
Ein Chorwochenspion berichtet:

Grad unlängst im Himmel besprachen sich zwei
kleine Engel, was heute noch so zu tun sei.
“Nun, als Erstes da sollten ganz oben wir angeln
um Töne der Himmelsmusik einzusammeln!

Die heil’ge Cäcilia hat uns aufgetragen,
sie pünktlich zur Chorwoche runterzutragen!”
„Ei stimmt!”, sagt der andre: „Das wird mir ein Spaß!
Die Tenöre zu hören, Sopran, Alt und Bass!

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Pornografie, Fifty Shades of Grey & die wahre Liebe

Die DGW-Redaktion möchte euch auf dieses Video aufmerksam machen, das ein sensibles Thema in literarisch wunderbarer Weise so treffend aufgreift.


Die Flucht in Pornografie ist verlockend, weil man gerade durch diesen “Kick” alltägliche Sorgen und Erfahrungen des Scheiterns überblenden kann. Doch diese Überblendung wird schnell zur Verblendung der eigenen Person, die nun durch den passiven Sex-Konsum den Draht zur Realität verliert. Und schließlich ist die Welt der Pornografie eine fatale Ausblendung des Planes desjenigen, der die Sexualität erfunden hat: dem himmlischen Vater im Himmel!

Erfahrt im nächsten DGW mehr darüber, aus welchen Gründen man leicht in die Pornofalle tappen kann, aber auch, wie wir durch Einsicht und Aufarbeitung der eigenen Probleme wieder den göttlichen Plan mit unserer Geschlechtlichkeit freilegen können. Und es ist wahrhaft ein Schatz, der hier freigelegt wird!

Freut euch auf den DGW 1/2015, u.a. mit: Christliche Reinheit in der Bewährung, Teil 2. Pünktlich zu Ostern ist die Ausgabe 1/2015 erhältlich…

La Fraternidad San Pío X en crisis – 7 preguntas difíciles al Padre Nicolás Pfluger – Edición española (El Camino Recto)

Foto 3El Primer Asistente del Superior General de la Hermandad Sacerdotal San Pío X viaja constantemente por el mundo visitando las diferentes casas de la obra del Arzobispo Lefebvre. El P. Pfluger se destaca por estar bien informado y no tener miedo de hablar acerca de las cosas desagradables. Así también en la siguiente entrevista exclusiva del DGW sobre la actual crisis de autoridad en el seno de la Hermandad San Pio X.

1. Reverendo Padre Pfluger, parece que los celosos protagonistas de la “resistencia” lograron convertirse en referentes acerca de la interpretación de la vida de Monseñor Lefebvre. Según ellos, el fundador de la Sociedad de San Pío era una mente estrecha, testarudo y fanático poco diplomático.

No puede hablarse de referentes. Todo lo contrario, la llamada resistencia - en realidad tendría que decirse pseudo-resistencia” -, ya está dividida en cuanto a esa interpretación. Los más acérrimos entre ellos afirman que el Arzobispo Lefebvre se habría equivocado, porque mantuvo contacto con la Santa Sede y no excluía una regularización de la situación de la Hermandad. Es habitual buscar en la historia su propia legitimidad, justificándola en base a las experiencias históricas.

Así que es natural presentar los acontecimientos pasados y los personajes históricos bajo una luz favorable a las propias tesis. La resistencia” intenta instrumentalizar al Arzobispo Lefebvre en favor de sus ideas. Pero este era demasiado católico, demasiado hombre de Iglesia universal, como para someterse a ese sectarismo. Él pensó y actuó en grande, a nivel mundial, de modo plenamente católico. Padre del Concilio, en 1988, dos años después del escándalo de Asís, firmó un acuerdo que él mismo retiraría, porque estaba simplemente convencido de que Roma no cumpliría con los acuerdos (Consagraciones episcopales el 15 de agosto).

En la pseudo-resistencia no sólo se trata de distorsionar la historia. Esas personas presentan a partir de cuestiones de orden práctico, intelectual o diplomático, cuestiones de fe fruto de su propia cosecha.

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Interivew with Father Niklaus Pfluger on the challenges of our time – English edition (The straight Path)

Seven questions to Fr. Pfluger The first assistant of the Superior General of the SSPX is going around the world visiting the various houses of the work of Archbishop Marcel Lefebvre. We can call him a fine connoisseur of the Society. So Fr. Pfluger has extensive information and does not hesitate to tackle even unpleasant questions. This is what he did in this interview with DGW on the current crisis of authority within the Society.

1. Father, it seems that the zealous protagonists of the “resistance” have become the reference concerning the life of Archbishop Lefebvre. According to them, the founder of the Society was a stubborn fanatic, not very relaxed and not very diplomatic. Is this is a falsification of history?

It is not a question of reference. On the contrary, the so-called resistance, it would rather be better to describe as “pseudo-resistance”, is already divided on this interpretation. The fiercest of them openly declare that Archbishop Lefebvre was mistaken because he did not fundamentally renounce any contact with the Holy See and a regularization of the Society’s position. It is normal to try to legitimize the present situation by history and the teachings of the latter. So we are tempted to represent past events and characters in light favorable to current theses. The “Resistance” is doing everything it can to exploit the Archbishop in favour of his ideas. However he was too Catholic, too partisan of the universal Church to enter the game of sectarianism. His thought and action were broad, as large as the world, that is to say Catholic. Father of the Council that he was, he signed in 1988, two years after the scandal of Assisi, an accord that he denounced for the sole reason that he was convinced that Rome would not respect the accords (Postponed episcopal consecrations to August 15th). Regarding the pseudo-resistance, it is not only a falsification of history. These people develop, from issues of a practical order, intelligence, and diplomacy, a matter of faith of their own creation. Weiterlesen

Ein Gruppenbrief an die KJBler

finsteres mittelalter

wie finster war doch das mittelalter
als man sich zwar noch verspekulierte über das „wie?“ der schöpfung
aber um das „woher?“ und „warum?“ wusste

wie finster war doch das mittelalter
als man zwar sagte die erde sei eine scheibe
aber damit sorgsamer umging als wir mit unserer kugel

wie finster war doch das mittelalter
als man zwar im religiösen eifer kriege führte
aber sich noch seiner religiösen identität bewusst war

wie finster war doch das mittelalter
als man sich zwar selbst geisselte und schlug
aber noch ein gefühl für sünde hatte

wie finster war doch das mittelalter
als der vater zwar das absolute oberhaupt war
aber kinder noch geschenke Gottes

wie finster war das mittelalter
als es zwar eine dunkelziffer an abtreibungen gab
aber keine staatlich legitimierte

wie hell ist dagegen das heute
wenn wir uns von physikern und biologen den sinn des lebens erklären lassen
wenn wir zum skifahren nach dubai fliegen
wenn wir kriege anzetteln wegen ein bisschen erdöl
wenn wir anwälte brauchen die uns die strafe weglügen
wenn wir mehrere stiefväter aber wenige kinder haben
wenn wir menschen im reagenzglas zeugen und babys in die mülltonne werfen

wie gut dass wir längst drüber weg sind
über das mittelalter
das finstere.

(von Rudolf Gehrig)

Rudolf Gehrig ist ein junger, motivierter und praktizierender Katholik und hat mit 18 Jahren dieses Gedicht geschrieben. Der Inhalt dieses Gedichtes ist sehr tiefgreifend und stimmt traurig, auch wenn man zwischendurch ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. O finstere, o sehr finstere postmoderne Zeit in der wir leben, wann wirst Du das Licht, das in Bethlehem aufgegangen ist, wieder finden? Weiterlesen

Un interview de l’abbé Niklaus Pfluger sur les défis de notre temps – Édition française (le droit chemin)

1. Monsieur l’abbé, il semble que les zélés protagonistes de la « Résistance » seraient devenus la référence concernant la vie de Mgr Lefebvre. D’après eux, le fondateur de la Fraternité était un fanatique borné, peu détendu et peu diplomate. S’agit-il là d’une falsification de l’histoire ?

Il ne saurait être question de référence. Au contraire, ladite Résistance, qu’il faudrait plutôt qualifier de « pseudo-résistance », s’est déjà divisée sur cette interprétation. Les plus acharnés d’entre eux déclarent ouvertement que Mgr Lefebvre se serait trompé parce qu’il n’aurait pas fondamentalement exclu tout contact avec le Saint Siège et une régularisation de la position de la Fraternité. Il est habituel de chercher à légitimer la situation présente par l’histoire et les enseignements de cette dernière. Ainsi on est tenté de représenter les événements passés et les personnages sous un éclairage favorable aux thèses actuelles. La « Résistance » fait tout ce qu’elle peut pour instrumentaliser Mgr Lefebvre en faveur de ses idées. Toutefois ce dernier était beaucoup trop catholique, trop partisan de l’Eglise universelle pour entrer dans le jeu de ce sectarisme. Sa pensée et son action étaient larges, à la dimension du monde, c’est-à-dire catholique. Père du Concile qu’il était, il a signé en 1988, deux ans après le scandale d’Assise, un accord qu’il a dénoncé pour la seule raison qu’il était convaincu que Rome ne respecterait pas les accords (Délai du 15 août pour les consécrations épiscopales). En ce qui concerne la pseudo-résistance, il ne s’agit pas seulement de falsification de l’histoire. Ces gens-là élaborent, à partir de questions d’ordre pratique, d’intelligence, de diplomatie, une question de foi de leur propre crû. Weiterlesen

Grußwort von Christian Elser – KJB-Chef Deutschland

Christian 1Liebe Leserin, lieber Leser,

„Franziskus scheitert mit der sexuellen Revolution“ – so lautete die Schlagzeile in der „Welt“ vom 19. Oktober 2014. Die Bischofssynode in Rom ist zu Ende gegangen. Der dabei erfolgte Kampf zwischen den beiden großen Lagern der sogenannten Progressisten und Konservativen wurde mit Spannung und vielen Erwartungen verfolgt. Der Zwischenbericht enthielt erste Formulierungen, die eine komplett neue Sichtweise durch die Kirche befürchten ließ. Da ist zunächst der alte Streit um die „wiederverheiratet Geschiedenen“. Warum wagt es eigentlich kaum einer, dieses Problem so zu nennen, wie es wirklich ist? Tatsächlich handelt es sich nämlich um Ehebruch, wenn eine Person trotz einer bestehenden Ehe mit einer anderen Person zusammenlebt. Für die Kirche war dies immer ein klarer Fall. Die meisten Bischöfe und Kardinäle interessiert das aber offensichtlich nicht mehr und sie verharmlosen oder verleugnen eine schlimme Sünde. Etwas neuer und noch schwerwiegender ist es beim Umgang mit Homosexualität: Zuvor war von progressiven Bischöfen gefordert worden, dem von „Liebe“ gekennzeichneten Miteinander von gleichgeschlechtlichen Paaren mehr Respekt zu zollen. Wer himmelschreiende Sünden für gut und wertvoll erachtet, der spricht nicht mehr nach Gottes Wort. Für einen Katholiken unvorstellbar, aber heute doch zumeist Realität in der modernen und postkonziliaren Kirche und unserer moralisch gesehen maroden Gesellschaft! „Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!“(Is. 5,20). Dass dabei natürlich dem einzelnen Sünder immer mit Liebe und Respekt begegnet werden muss, kann man nicht genug betonen, allzu oft wird dies in den Diskussionen aber verwechselt.

Neuerungswünsche der Progressisten waren in der Synode letzten Endes glücklicherweise nicht mehrheitsfähig. Die „bösen Traditionalisten“ haben laut den Medien also einen Sieg errungen. Im öffentlichen Abschlussbericht ist zum Entsetzen der Meinungsmacher kein Wort davon, z.B. die wiederverheiratet Geschiedenen wieder zur Kommunion zuzulassen oder Homosexualität anders zu bewerten. Ist damit alles in Ordnung in der Kirche? Sicher nicht! Der Krieg innerhalb unserer vielgeliebten Kirche um die Morallehre wird weitergehen, spätestens bei der entscheidenden Bischofssynode 2015. Mit Papst Franziskus ist davon auszugehen, dass Änderungen in der Beurteilung moralischer Fragen immer wahrscheinlicher werden. Kardinal Burke stellt fest, der Papst habe schon „eine Menge Schaden angerichtet“. Wer weiß, was alles noch bevorsteht? Die konservativen und „ewig Gehorsamen“ stünden dann laut dem römischen Historiker Roberto de Mattei vor einem größeren Gewissensdrama als die Katholiken damals unter Heinrich VIII., wenn Sie nicht dem weltlichen Herrscher sondern gar dem Papst widerstehen müssten. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. befindet sich in diesem Drama seit Jahrzehnten. Immer mehr zeigt sich, wie sehr sie Recht behält mit ihrer wesentlichen Haltung, dass die Kirche sich in einer großen Krise seit dem 2.Vatikanischen Konzil befindet. Den konservativen oder Ecclesia-Dei Gemeinschaften wird dies bei den aktuellen Entwicklungen im Vatikan bewusst, insbesondere auch was den Umgang mit alt-rituellen Orden angeht. Hervorzuheben sind die erdrückenden Maßnahmen ohne ersichtlichen Grund gegen die Franziskaner der Immaculata.

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Gläubige Eiferer vs. eifrige Gläubige

Liebe Leser, als besonderer Dank für Ihre Treue im vergangen Jahr revanchieren wir uns mit dem DGW-Interview des Jahres. Ein gesegnetes neues Jahr 2015 wünscht die DGW-Redaktion! 

Die Piusbruderschaft in der Krise – 7 heikle Fragen an Pater Niklaus Pfluger

Der Erste Assistent des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist ständig in der ganzen Welt unterwegs und besucht die verschiedenen Niederlassungen des Werkes Erzbischof Lefebvres. Man kann ihn als „Peter Scholl-Latour der Piusbruderschaft“ bezeichnen. Wie einst der heuer verstorbene Reporter zeichnet sich Pater Pfluger dadurch aus, dass er umfassend informiert ist und sich nicht scheut, auch unangenehme Dinge deutlich anzusprechen. So auch im folgenden exklusiven DGW-Interview über die momentane Autoritätskrise der Piusbruderschaft.

1. Hw. Herr Pater Pfluger, es scheint, als hätten die eifrigen Protagonisten des „Widerstandes“ es geschafft, die Deutungshoheit über das Leben Erzbischof Lefebvres zu erlangen. Ihnen zufolge war der Gründer der Piusbruderschaft ein engstirniger, unentspannter und undiplomatischer Fanatiker. Liegt hier Geschichtsverfälschung vor?

Von „Deutungshoheit“ kann keine Rede sein. Im Gegenteil, der sogenannte Widerstand – eigentlich müsste man genauer sagen: „Pseudo-Widerstand“ – hat sich bereits ob dieser Frage der Interpretation gespalten. Die Fundis unter ihnen sagen offen, Erzbischof Lefebvre hätte sich geirrt, da er einen Kontakt mit dem Heiligen Stuhl und eine Regularisierung der Bruderschaft nicht grundsätzlich ausgeschlossen hat.

Es ist üblich, seine eigene Legitimität für die Gegenwart in der Geschichte und in geschichtlichen Erfahrungen zu holen. Insofern liegt es nahe, vergangene Ereignisse und historische Personen in einem Licht darzustellen, die für aktuelle Pläne günstig sind. Die „Résistance“ versucht ausgiebig, Erzbischof Lefebvre für ihre Ideen zu instrumentalisieren. Doch dieser war viel zu katholisch, viel zu sehr ein Mann der universalen Kirche, als dass er sich für dieses Sektierertum in Anspruch nehmen ließe. Er dachte und handelte weit, weltweit, katholisch eben. Er ist ja auch ein Konzilsvater, er hat 1988, zwei Jahre nach dem Skandal von Assisi, eine Vereinbarung unterschrieben, die er nur deshalb zurückzog, weil er überzeugt war, Rom halte sich nicht an die Vereinbarungen (Bischofsweihe bis zum 15. August).

Beim Pseudo-Widerstand handelt es sich nicht nur um Geschichtsverfälschung. Diese Leute machen aus Fragen des praktischen Handelns, der Klugheit, der Diplomatie, daraus machen sie eine Frage des Glaubens – den sie selbst definiert haben.

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Jugendzeitschrift „DGW“: Interview mit Pater Niklaus Pfluger

Cover_DGWIn der Weihnachtsausgabe 2014 der KJB-Zeitschrift „Der Gerade Weg“ befindet sich ein ausführliches Interview mit dem Ersten Assistenten des Generaloberen der FSSPX, Pater Niklaus Pfluger. Darin spricht er über die Herausforderungen, die die Gläubigen in den aktuellen Wirren in Kirche und Gesellschaft zu meistern haben. Besonders geht er dabei auch auf die Lage junger Menschen ein.

Nachfolgend einige Auszüge aus dem Interview, welches DGW-Chefredakteur Matthias Jean-Marie Schäppi im Spätherbst 2014 führte.

Pater Pfluger spricht im Interview unter anderem die Geisteshaltung jener Personen an, die im Umfeld der Priesterbruderschaft auch junge Menschen durch engherzigen Rigorismus und ein geschürtes Misstrauen gegen die Führung der FSSPX verunsichern:

Diese Leute machen aus Fragen des praktischen Handelns, der Klugheit, der Diplomatie, daraus machen sie eine Frage des Glaubens – den sie selbst definiert haben.“

Ich wünsche mir schon, dass man den Wortführern, die kein Maß und keine Mitte kennen, die, wie ich es oben genannt habe, mit großem Eifer eine Religion betreiben und für eine Kirche streiten, die immer grösser sind als sie selbst, klarer widerspricht. Es schadet uns nicht wirklich, wenn dieser ungute Geist weggebrochen ist. Diese Leute sind keine eifrigen Gläubigen, es sind gläubige Eiferer, und sie müssen spüren, dass sie nicht die Gläubigen repräsentieren, sondern nur sich selbst. Da sind alle Gläubigen und gerade auch die Jugend gefordert.“ Weiterlesen