„Haben wir den Mut, Männer zu sein! Echte Männer!“

Veränderungen beginnen im Kleinen, Verborgenen, Inneren. Zuerst ändere ich meine Einstellung, dann folgt mein Verhalten, mein Handeln. Schließlich beginne ich an meinem Umfeld zu arbeiten. Die Innerlichkeit ist das Fundament der Aktion. Ich kann nicht lehren, wenn ich mich nicht bilde. Ich kann nicht entzünden, wenn ich nicht brenne.

Echte Männlichkeit und echte Weiblichkeit sind selten geworden. Sie werden auf Klischees reduziert, karikiert, belächelt und von Politik, Wissenschaft und Medien aktiv bekämpft. Auch unter uns Katholiken sind echte Männer und echte Frauen rar geworden.
Höchste Zeit, das zu ändern. Höchste Zeit, den Computer auszuschalten und ein Buch in die Hand zu nehmen. Höchste Zeit, sich vom Fernsehsessel zu erheben und sich auf die Hantelbank zu legen. Höchste Zeit, die Augen vom iPhone abzuwenden und den Rosenkranz zu ergreifen. Höchste Zeit, echte katholische Männer und echte katholische Frauen zu werden.

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Gefahren des Pseudo-Traditionalismus Teil 2

Der zweite Teil dieser kurzen Artikelserie befasst sich mit uns jungen, traditionalistischen Katholiken und der Gefahr, lau zu werden und damit ein unechtes Dasein als Pseudo-Traditionalist zu führen.

 

Traditionalist und Pseudo-Traditionalist – Varianten christlicher Grundhaltung?

Für alle traditionalistischen Katholiken, ganz gleich welchen Alters, besteht die Gefahr, zu Pseudo-Traditionalisten zu werden; über uns allen hängt dieses Damoklesschwert. Was heißt das genau? Es ist damit ein schleichender Prozess des Lauwerdens gemeint.

Immerhin wird niemand, der sich ernsthaft jeden Tag in dieser anti-katholischen Welt bemüht, seinen Glauben zu leben, von heute auf morgen von einem eifrigen und frommen Katholiken zu einem sogenannten Pseudo-Traditionalisten. Stellen wir zuerst diese beiden Typen, den Traditionalisten und den Pseudo-Traditionalisten, einander gegenüber. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf die Situation von uns jüngeren Gläubigen:

Der Traditionalist. Dieser Typ Katholik versucht ein wahrhaft christliches Leben zu führen, trotz aller widriger Umstände in der modernen Welt. Er weiß um die großen Herausforderungen, die ein solches Dasein mit sich bringt, er nimmt diesen ständigen Kampf auf. Er hat begriffen, was Gott von den Menschen verlangt und versucht, trotz der Gefahren der Welt und der Anfeindungen durch die Öffentlichkeit von Außen und aus dem Innern der Kirche durch die Modernisten, seinen Glauben treu zu bewahren. Er will Diener der Wahrheit sein – ohne falsche Kompromisse in der Glaubenslehre, den Sitten und der Moral. Natürlich fällt auch er oft, ohne Zweifel schmerzen ihn die Attacken und Ausgrenzungen, aber er steht im Vertrauen auf Gott wieder auf und kämpft weiter.

Der Pseudo-Traditionalist. Dieser traditionalistische Katholik wird zunehmend müde, er ist das ständige Kämpfen immer mehr leid und möchte – als soziales Wesen – sich nicht mehr ausgrenzen. Er will in Harmonie mit seiner Umwelt leben und nicht mehr ständig den harten Kampf gegen sich selbst und die Schwächen seiner von der Erbsünde geschlagenen Natur führen. So etwa gegen all die materialistischen Verlockungen im Konsum und der Freizeitgestaltung oder die unsittlichen Verführungen durch die allgegenwärtigen Plakate halbnackter Models an Straßen und Bahnhöfen oder in den Medien. Wieso in so vieler Hinsicht der Welt widerstehen, wenn Mitschüler, Kommilitonen oder Arbeitskollegen das doch auch nicht müssen? Warum nicht einfach „endlich Spaß haben, endlich normal sein“? Auch ist er den Kampf der Tradition gegen Liberalismus und Modernismus leid: Wieso als Folge dessen in Hinterhof-Kapellen zur Messe gehen, wieso die schwerwiegende Kritik am Papst und den Bischöfen, wieso dieser dauerhafte Widerstand, durch den man nur unangenehm auffällt, sich als Sektierer beschimpfen lassen muss und dadurch selbst zur Minderheit macht? Das kostet Kraft und Nerven. Kann man es nicht endlich einmal gut sein lassen? Weiterlesen

Gefahren des Pseudo-Traditionalismus (Teil 1)

 

Gefahren des Pseudo-Traditionalismus (Teil 1)

Der erste Teil dieser kurzen Artikelserie über die Gefahren des Pseudo-Traditionalismus befasst sich mit dem notwendigen Kampf der traditionalistischen Gemeinschaften innerhalb der römisch-katholischen Kirche gegen den Modernismus und den Liberalismus. Der zweite, noch folgende Artikel hingegen befasst sich mit den alltäglichen Gefahren, denen traditionalistische Gläubige heute ausgesetzt sind, einem Pseudo-Traditionalismus zu verfallen bzw. einen sogenannten grundsätzlichen „Sonntags-Katholizismus“ einschleichen zu lassen.

Was ist Traditionalismus?

Traditionalismus wird im Folgenden als Ansinnen einer Bewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche verstanden, deren Anhänger am wahren, unverfälschten und unverkürzten katholischen Glauben festhalten wollen, also an dem Glauben, wie er von Jesus Christus gelehrt wurde und wie ihn die Kirche knapp 2000 Jahre lang verkündete und weitergab – es geht also um die Tradition der Kirche.1 Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil jedoch wurde mit dieser Tradition bewusst gebrochen. Die gefährlichste und schädlichste Irrlehre der Moderne, der Liberalismus, sickerte zwar schon weit vor jenem unheilvollen Konzil in die Adern der Kirche, wurde jedoch von den Päpsten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts immer wieder energisch zurückgewiesen, etwa – um nur wenige Päpste zu nennen – von Leo XIII. in seinen herausragenden Enzykliken Libertas praestantissimum und Immortale Dei oder durch Pius IX. in Quanta Cura oder seinem berühmten Syllabus. Der Liberalismus in der Theologie, also der Modernismus, wurde vom hl. Papst Pius X. als omnium haeresium collectum („Sammelbecken aller Häresien“) bezeichnet und in der wegweisenden Enzyklika Pascendi Dominici Gregis verurteilt. Das Zweite Vatikanische Konzil jedoch manifestierte diese gefährlichen Irrtümer in den Konzilstexten, zum Ausdruck gebracht vor allem in den Bekenntnissen zur Religionsfreiheit, zum Ökumenismus und zur Kollegialität sowie in den erschütternden Dekreten der Pastoralkonstitution der Kirche und der Erklärung zu den nicht-christlichen Religionen.

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DGW-Preisträger für 2013: Moritz Scholtysik

Wegen technischen Problemen ist es scheinbar zu Verzerrungen gekommen, welche keine sicheren Aussagen über das tatsächliche Abstimmungsergebnis mehr zulassen.

Die DGW-Chefredaktion hat sich deshalb entschlossen, in einerm autoritativen Schritt den DGW-Journalistenpreis für herausragende Leistungen im Jahr 2013 an Moritz Scholtysik zu verleihen.

Begründung:
a) Er führte im regulären Abstimmungszeitraum der Onlineabstimmung die Rangliste überdeutlich und dauerhaft an.
b) Die Resonanz auf seinen Artikel war in seiner überwältigenden Form singulär im DGW-Jahr 2013
c) Dank des Artikels Scholtysiks hat der DGW herausragende Kritiken auch außerhalb unseres gewöhnlichen Leserkreises gewonnen, zudem diesen dank seiner herausragenden Leistung erweitert.

Wegen den diesjährigen Erfahrungen behält sich die Chefredaktion vor, im nächsten Jahr über den Journalistenpreis in Form einer Juryentscheidung zu befinden.

6. DGW-Journalistenpreis

Die 6. Auflage des DGW-Journalistenpreises steht an und ihr habt die Möglichkeit bis zum 15. Januar zu entscheiden, wer den Preis für exzellentes Schreiben im vergangen Jahr 2013 erhalten soll. Nominiert sind die besten 12 Artikel.

Spießigkeit und Prüderie – Signum einer visionslosen Gesellschaft (Teil 2/2)

Ein Essay von Friedrich Reusch

katholischUmweltfürbitten in Sitzkreismessen: Spießigkeit in der Kirche

Wenn man die überlieferte Liturgie betrachtet, dann sieht man darin ein Spiegelbild der anbetenden Grundhaltung der Kirche. Alles ist hier auf Gott ausgerichtet, und gerade dies macht die heilige Messe für uns Menschen, die in hac lacrimarum valle [„in diesem Tränental“]befangen sind, zum großen Trost. Je tiefer wir uns unseres wahren Zustandes bewusst sind, umso mehr werden wir diese Theozentrik des heiligen Opfers bewundern und bejahen. Jedes „Taghell“ in der Kirche, jede Reminiszenz an die Welt und ihren grauen Alltag, muss hier wie ein Störfaktor für einen Migränepatienten wirken. Die Kirche in ihrer doktrinären und liturgischen Unversehrtheit ist dennoch und gerade deshalb in der Welt präsent und befruchtet diese, schöpft sie doch ihre Kraft nicht aus dem Kult des Menschen, sondern aus dem Kult des Gottmenschen, Christus. Die Missionen und ihre Wirkung sind ein beredtes Zeugnis dafür.

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Spießigkeit und Prüderie – Signum einer visionslosen Gesellschaft (Teil 1/2)

Ein Essay von Friedrich Reusch

Franz-Josef Strauß hat einmal gesagt, der Kampf um die Sprache sei eine der wesentlichsten Voraussetzungen für die geistige Selbstbehauptung. Man dürfe sich nicht im Kampf um Begriffe und Sprache von den Sozialisten verdrängen lassen. Diese hätten sich seit Ende der 1960er-Jahre der Sprache bemächtigt und diese als Waffe benutzt, indem sie Begriffe herausgestellt, mit anderem Inhalt gefüllt und dann als Wurfgeschosse – nicht ohne Erfolg – gegen ihre Gegner verwendet hätten.i Exemplarisch für die dringend notwendige Aufarbeitung falsch verwendeter Schlagworte, die gegen überzeugte Christen verwendet werden, wollen wir uns in den folgenden Zeilen einmal mit den Begriffen der „Spießigkeit“ und der „Prüderie“ beschäftigen. Manch ein Leser mag sich wundern, warum in einer Publikation junger Katholiken „die anderen“, im frommen Sprachgebrauch also die Kinder der Welt als „prüde“ und „spießbürgerlich“ gebrandmarkt werden sollen. Denn auch, wenn man seinen Mitmenschen nicht das Beispiel eines religiösen Eiferers bietet, so wird man als junger Christ in einigen Gesprächen und Diskussionen dennoch gerade mit diesen beiden Prädikaten markiert. Genauso wie es heute keinen Patriotismus, sondern nur noch „Nationalismus“ gibt, so existiert anscheinend auch keine Sittsamkeit mehr, sondern nur noch „Prüderieii, ebenso darf es keine Ablehnung von modernem Mainstream von einem höheren Blickwinkel aus mehr geben, sondern nur noch „Spießigkeit“, die deshalb in einer ziemlich inflationären Weise als Erklärung für sämtliche moralischen wie auch kulturpolitischen Haltungen herhalten muss.

 

Lachgeschichten - Ein Herz und eine SeeleSo viel Spießigkeit war nie

Spießigkeit, das ist nach dem uns eingebrannten enzyklopädischen „Wissen“ durch Funk und Fernsehen doch scheinbar selbstredend in persona das unsympathisch anmutende „Ekel Alfred“ aus der Fernsehserie Ein Herz und eine Seele der 1970er-Jahre, der in seiner Ruhrpott-Reihenhaussiedlung mit Bildzeitung in der Hand und Hosenträgern über dem Unterhemd gegen die „Sozis“ hetzt und seine Ehefrau schikaniert. Freilich, so gefasst gäbe es heute kaum noch Spießer in Deutschland, da diese Type der Marke Blockwart heute kaum noch vertreten ist. Nein, Spießbürgertum als soziologisch-abstrakter Begriff heißt etwas anderes als Bildzeitung, Bier und Bohnerwachs, sondern tritt je nach Gesellschaft anders auf: Spießigkeit ist eine innere Haltung, die sich dadurch kennzeichnet, sich in der Anonymität und im Gleichheitsdrill einer Gesellschaft wohlzufühlen, ja sogar das Bestreben zu haben, um keinen Preis aufzufallen – Mittelmaß also als Maxime. Immer wird es vorherrschende Leitgedanken und Leitverhaltensweisen geben, welche sich nicht nur im politischen Tagesgespräch, sondern auch im Privatleben der Einzelnen niederschlagen. Und immer wird es bequemer sein, als Spießer mit der Masse zu schwimmen. Somit hat auch unsere gegenwärtige Gesellschaft ihre Spießer, und sogar sehr viele infolge des Wegfalls von Sinnstiftungsinstanzen jenseits des medial gesteuerten Durchschnittsbürgertums, wie sie einst Religionen und politische Überzeugungen darstellten. Soviel Mainstream war nie, und somit war auch noch nie so viel Spießertum. Jürgen Elsässer hat erkannt, dass die bei uns vorherrschende (Meinungs-)Kultur mit ihrem Zentrum in den angestaubten Idealen der 68er längst zu einem selbstreferenziellen und totalitären 68er-Spießertum geworden ist – und diese spießige linke Leitkultur wirkt auf den typischen braven Deutschen, der ja auf keinen Fall etwas Falsches sagen will, höchst repressiv, indem sie jeden politischen und gesellschaftlichen Diskurs in ein Stahlnetz einzwängt, für das drei Eckpunkte maßgeblich sind:

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DGW-Rezension bei der Politischen Akademie der ÖVP (PolAk)

„Der Reaktionär ist eben nicht der Aufhalter oder unverbesserliche Rückschrittler, zu dem ihn die politische Denunziation macht – er schreitet im Gegenteil, wenn es darum geht, etwas Vergessenes wieder in Erinnerung zu bringen.“ Dieser Satz des deutschen Schriftsteller Martin Mosebach legt die Wunde in die Schwachstellen des modernen politischen Systems und birgt Sprengkraft, Bildung, Wirtschaft, Subventionen, Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft, wo liegen die vergessenen Schätze der europäischen Kultur, die es wieder zu bergen gilt, nachdem die destruktiven Element der radikalen Liberalisierung aller Lebensbereiche immer mehr zum Tragen kommen. Eine der interessantesten Kritikschulen an den Irrungen der Moderne kommt von sogenannten reaktionären Denkern. Deren Gedankengänge bieten die Möglichkeit der Inspiration und der Orientierung für die eigene Lebenswelt. Jene Ausgabe der Zeitschrift der „Der Gerade Weg“, einer Publikation aus dem Umfeld der traditionalistischen katholischen Piusbruderschaft, stellt die Gedankengänge der reaktionären Philosophen und Schriftsteller wie Nicolás Gómez Dávila, Martin Mosebach und versucht dabei, die derzeitige Krise Europas als Folge der Modernisierung abzuleiten. Es stellt sich die Frage, ob die Krise Europas wirklich monokausal auf die zentralen Forderungen der französischen Revolution zurückzuführen ist und ob die Moderne nicht auch Fortschritte (Gleichberechtigung von Mann und Frau, Aufheben der Stände, freie Berufswahl) für den Bürger mit sich brachte. Man muss die Einschätzung der reaktionären Autoren nicht teilen, kann aber dennoch von deren stilistischer Brillanz profitieren. Der Essay über die prägenden Denker der Reaktion eignet sich also gut als Einstieg in eine versunkene Welt, die es wert ist, zumindest zwischen Buchdeckeln weiterzuleben.

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