Christliche Reinheit in der Bewährung – 5. und letzter Teil

Markus Hoffmann im Interview mit Friedrich Reusch (DGW)

Markus Hoffmann im Interview mit Friedrich Reusch (DGW)

Selbstbefriedigung und Pornografie sind wohl die zwei „prominentesten“ Themen, wenn es um den jugendlichen Kampf um die Reinheit geht. Beides sind Themenkomplexe, die wohl nicht mit dem bloßen Wissen um den Katechismus ausreichend behandelt werden können. Kannst du etwas zur psychologischen Dimension dieser Erscheinungen sagen? Kann man dieser Herausforderung gleichzeitig entschlossen, bedacht und effektiv begegnen?

Eine Antwort auf diese Frage wäre eigentlich ein ganz eigener Beitrag. Ich kann hier nur kurz skizzieren, wie das Thema Selbstbefriedigung und Pornografie zu strukturieren ist. Dazu möchte ich das theologisch geprägte Wort „Reinheit“ so definieren, wie ich es für meine Ratsuchenden in der Beratung tue. „Reinheit“ bedeutet ja, dass wir ein Leben ohne Sünde leben. Sünde aber geht zurück auf die Einheit von „Person“ und „Tat“. „Person“ ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, als das von Gott in einen Menschen hineingelegte „Gut“, das er erfüllen und nicht vergraben soll. Für die Sexualität heißt dies, dass Gott dem Menschen ein Ziel für die Sexualität als Gut mitgegeben hat. Entweder ist dies das Gut von Vater- und Mutterschaft oder es ist das Gut der Ehelosigkeit um den Himmelreiches willen (vgl. Mt. 19). In Verbindung mit dem Wort „Tat“ bedeutet nun Reinheit, dass all mein Handeln zur Erhaltung, zur Entfaltung und zur Wertschöpfung dieses „Gutes“ beiträgt, das Gott in mich hineingelegt hat. Jede Handlung aber, die dieses „Gut“ meiner Geschlechtlichkeit und Sexualität verfehlt, ist Sünde. Unreinheit ist von ihrem innersten Kern her damit als „Zielverfehlung“ zu verstehen; d.h. handle ich unrein, dann verfehle ich meine ganze Person in ihrem „Gut“ und in ihrer von Gott geschenkten Daseinsmöglichkeit.

Diese geistliche Sicht muss jeder Reflexion über Selbstbefriedigung und Pornografie vorangestellt werden. Denn Selbstbefriedigung und Pornografie erhalten damit eine geistliche Rahmung, die nicht durch irgendeine psychologische Bewertung eingeholt werden kann. Pornografie ist daher immer eine doppelte Zielverfehlung: Denn ich verfehle in der Pornografie nicht nur mich selbst, indem ich mich auf meine Lust reduziere und meine Sexualität nicht dem höheren Ziel meiner Vaterschaft oder Mutterschaft unterstelle oder der Ehelosigkeit. In der Pornografie schädige ich auch den anderen, den ich begehre in seinem „Gut“. Denn ich mache ihn zum Objekt meines Gebrauchs. In der Selbstbefriedigung verhält es sich oft ähnlich, denn in ihr bleibe ich bezogen auf mich selbst, wo doch meine Sexualität auf ein Ziel hingeordnet sein soll, nämlich auf das Du des anderen, dem ich mich in Hingabe verbinde. Weiterlesen

Christliche Reinheit in der Bewährung – Teil 4

Die allgemeine Problematisierung

In der ersten Hälfte unserer Betrachtung der christlichen Reinheit und ihrer Bewährung im 21. Jahrhundert haben wir zwei mutige Lebenszeugnisse von jeweils einem weiblichen und einem männlichen Mitglied der KJB betrachtet.

Nun wollen wir ausgehend von diesen Zeugnissen, aber auch über sie hinausgehend, diese mehr subjektiv geprägte Ebene verlassen und uns Gedanken darüber machen, was wichtig ist, um das Ringen um ein Leben in christlicher Reinheit heutzutage auf einer profunden und gesunden Grundlage anzugehen. Darüber sprachen wir mit Markus Hoffmann, dem Vorsitzenden von wüstenstrom e.V., eines Vereins, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen auf ihrem Weg zu einer bewussten Persönlichkeit zu begleiten. Die Arbeit des Vereins basiert auf dem christlichen Menschenbild und umfasst auch individuelle Fragen der sexuellen Identität.

Markus Hoffmann

Markus Hoffmann

Markus Hoffmann legt in diesem Interview dar, welcher psychologische Mechanismus auch viele Christen in Verhaltensmustern steckenbleiben lässt, die die Moraltheologie als sündhaft einordnet: „Wenn ich mich gegenüber einer Lebensfrage ohnmächtig fühle, dann greife ich ‘allmächtig’ zu einer sexuellen Inszenierung, nach einem erotisch aufgeladenen, pornografischen Rollenspiel, und löse mein Problem auf illusionäre Weise.“ Als möglichen Beginn einer Lösung rät er: „Will man aus einem solchen Kreislauf ausbrechen, so muss man wieder lernen, seinen Alltag zu beobachten. Man muss den Blick für die Dinge zurückgewinnen, die einem nicht gelingen, die einen frustrieren oder die wie ein Berg vor einem stehen. Das schafft man aber nur, wenn man sich der sexuellen Scheinlösung enthält. Kommt der Blick für die eigentlichen Probleme zurück, die hinter dem sexuellen ‘Druck’ stehen, dann ist es weise, einen Seelenführer oder Berater aufzusuchen, der einem hilft, sich diesen Problemen zu stellen.“

Lieber Markus, eine herausfordernde Aussage zu Beginn, auf die ich dich bitte, einzugehen: „Für Christen ist Sexualität ein notwendiges Übel. Selig, wer seine Triebe unter Kontrolle hat!“

Der Satz weist theologisch sicher in die richtige Richtung, er ist aber in sich schwierig, da es nicht den sexuellen Trieb im Menschen gibt. Dieser Trieb ist eine Erfindung von uns Menschen. Einen wissenschaftlichen Beweis eines Sexualtriebs gibt es nicht. Vielmehr fließen in die Sexualität des Menschen oft nicht-sexuelle Themen, Bedürfnisse und Stimmungslagen ein, die nach einer „sexuellen Lösung“ suchen. Das geschieht vor allem dann, wenn der Mensch keine guten und erfüllenden Beziehungen lebt, in denen er sich zuhause oder geliebt fühlt. Oder wenn er mit Fragen seiner Persönlichkeit ringt, die er dann nicht lösen kann. So enttarnt die Sexualwissenschaft den sogenannten sexuellen Trieb gern mit dem Satz: „Es ist weniger Sex im Sex als man denkt!“

Demzufolge müsste der Satz anders lauten: „Selig, wer seiner gesamten Persönlichkeit gut vorstehen kann, denn der hält sich einigen Ärger mit seiner Sexualität vom Hals!“ Weiterlesen

Christliche Reinheit in der Bewährung – Teil 3

RidB 7Die Suche nach dem verlorenen Vater

Von einem männlichen Mitglied der KJB.

Eine Leere, der ich mir nicht bewusst war. Die Suche nach männlichen Vorbildern, die mich dazu brachte, homosexuelle Erfahrungen zu suchen. Gefühle, die mir eine aufregende Welt zeigten, in der endlich die Leidenschaft vorhanden war, die ich aus meinem (Glaubens-)Leben nicht kannte. Das war ich. Doch ich merkte, dass man die Versuchungen im sechsten Gebot vielleicht mehr als alle anderen Versuchungen ganzheitlich angehen muss. Ich habe gelernt, dass viele Sehnsüchte in einem gestörten Verhältnis liegen zu dem, was unser seelisches Fundament sein sollte. Gerne möchte ich euch mitnehmen in das, was ich im Rahmen dieser Selbstfindung herausgefunden habe – nicht als „Seelenstriptease“, sondern als Einladung, sich einmal über die eigene Biografie Gedanken zu machen und etwas zu finden, was mehr ist als das bloße Vermeiden von Fehlern, mehr als schlichtes Bravsein: Erlösung und Leidenschaft für Gott. Es geht vielmehr darum, diese Probleme zu lösen, nicht bloß den sexuellen Trieb krampfhaft zu unterdrücken, um ein moralisch einwandfreies Leben zu führen.

Als Junge suchte ich mir schon immer männliche Vorbilder, welchen ich ähnlich werden wollte. Diese oder jene Eigenschaft gefiel mir an jemandem, und ich versuchte, mir sie anzueignen. Warum das ganze? Ich war permanent dabei, mich anzupassen, um vom eigenen Umfeld die Anerkennung (welche jedes Kind sucht) zu bekommen. Wenn mir an einem Klassenkamerad eine bestimmte Art gefiel, so ahmte ich ihn nach. Die Art wie er sich kleidete, wie er seine Hand zum Gestikulieren bewegte, oder auch, wie er es verstand, unangenehmen Situationen im Gespräch rhetorisch einwandfrei auszuweichen. Durch solche Beobachtungen war mir klar, durch welche Verhaltensweisen man die Annahme der Gruppe am besten bekommt. Nachdem ich mich von der Gruppe angenommen fühlte, reichte das aber nicht mehr aus.

Ich hatte mich an die Aufmerksamkeit gewöhnt, das Gefühl der Annahme war ausgeschöpft. Die oberflächliche Anerkennung meines Umfelds war mir nicht mehr genug. Mit wenigen einzelnen Kameraden sprach ich nun auch über Dinge, die mich wirklich bewegten und über meine tieferen Gefühle. Hier kam es auch öfters zu Gesprächen über die eigene Sexualität (was jeder kennt, wenn er in das Alter kommt, in welchem sich der Körper verändert). Durch diese Gespräche wurde mir ein großes Vertrauen gegeben. Ohne es zu wissen, war ich auf der Suche nach etwas Innigerem, Tieferen. Ich bekam darin nun die ehrliche Bestätigung von anderen und eine tiefe Annahme. Bis dahin war ja alles okay, aber es führte bereits zum nächsten Schritt.

Die Gespräche wurden intimer, und waren oft auch nicht mehr sachlich. Aber weil ich hier das Vertrauen und die Annahme fand, blieb ich dabei, obwohl ich mittlerweile andere (ohne es damals zu wissen) zur Sünde verführte. Dieses Bedürfnis hatte für mich eine höhere Priorität als moralische Grundsätze. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es auch zu körperlichem und schließlich immer wieder zu intimem Kontakt mit diesen “Freunden” kam. Darüber machte ich mir zunehmend Gedanken: Warum war ich so? Was bedeuteten diese Gefühle in mir? Wollte Gott, dass ich so bin? Warum empfanden die anderen nicht so wie ich? Oder taten sie das? Mit der Zeit habe ich dann mehr und mehr erkannt, dass der eigentliche Grund, so zu fühlen, eben diese gewünschte Annahme und die Bestätigungssuche ist. Weiterlesen

Christliche Reinheit in der Bewährung – Teil 2

girls night outUnerfüllte Sehnsucht

Von einem weiblichen Mitglied der KJB.

Wenn es um das Thema der standesgemäßen Keuschheit geht, so kann ich dazu sehr viel sagen – und doch wieder fast gar nichts. Ich kann euch berichten, wie leicht man in die Situation gerät, seine seelischen Sehnsüchte durch körperliche Nähe befriedigen zu wollen. Andererseits darf ich Gott für die Gnade danken, dass er mir gezeigt hat, wie ein Leben in seiner Nachfolge aussehen kann, welches kein Bedürfnis nach derlei Irrwegen hat. Mit meinem Beitrag möchte ich euch hineinnehmen in persönliche Erlebnisse. Vor allem aber möchte ich aufzeigen, was den Weg aus sündhaften Handlungsweisen jeglicher Art ausmacht: das Erwecken der Liebe zu Gott. Im Entzünden dieser Liebe ist das gesamte christliche Leben umschlossen: Unlust zur Sünde, Abschied von der Selbstliebe, Erwählung von Christus als des Geliebten der eigenen Person.

Im Wesen der Frau liegt es, hübsch sein zu wollen und erobert zu werden; und die Sehnsucht danach, geliebt zu werden, geborgen zu sein und zu lieben. Bei mir ließen die Eroberungen auf sich warten; von Jungs kam keine Beachtung, sie liefen einer anderen Art von Frauen hinterher. Mit natürlicher Schönheit kam ich scheinbar nicht weit – um Beachtung und Anerkennung zu finden, fing ich an, mich zu ändern: mein Verhalten, meinen Kleidungsstil, mein gesamtes Erscheinungsbild (meinen damaligen Idolen ähnlich). Die Schminkschicht wurde dicker, die Absätze wurden höher, die Röcke immer kürzer, die Ausschnitte immer tiefer, das Verhalten immer freizügiger und aufreizender… Die Reaktionen kamen: Jungs interessierten sich für mich, flirteten mit mir und es fühlte sich gut an; es gab mir Bestätigung, dass sie mich anderen Mädels vorzogen, wobei das Interesse nie lang anhielt – doch das blendete ich aus; ich genoss die kurze Zeit der Beachtung und Eroberung zu sehr…

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Christliche Reinheit in der Bewährung

Von Friedrich Reusch

Teil 1: Die persönliche Ebene

Es gibt Bereiche des menschlichen Lebens, die uns in ganz existenzieller Art und Weise in Anspruch nehmen. Gerade in dem Umgang eines Menschen mit dem Sexualtrieb, der in jedem gesunden Menschen ungleich stärker ausgeprägt ist als die anderen Triebe, zeigt sich seine innere Einstellung und Verfassung. Hier trennt sich auch im persönlichen Glaubensleben jedes Christen die Spreu vom Weizen; hier zeigt sich, welche Wertnormen und moralischen Gesetze der einzelne Christ nur kognitiv wahrgenommen, aber auch, welche er verinnerlicht hat. Da Versuchungen in diesem Bereich in sehr starker Weise aufkommen, wird man sie nicht mit einem „Sonntagsglauben“ bewältigen können.

Da die 2014 durchgeführte internationale KJB-Umfrage ergeben hat, dass der DGW sich nach dem Wunsche vieler KJB-ler verstärkt lebenspraktischen Themen widmen soll, scheint es angezeigt, mit dem Kampf um die Reinheit ein Thema zu behandeln, dass Vielen (auch dies hat die Umfrage ergeben) auf den Nägeln brennt. Eine DGW-Projektgruppe hat sich diesem Thema gewidmet und möchte es den Lesern nun in zwei Teilen aufbereiten.

Schnell wurde klar, dass für viele KJB-ler nicht das Problem ist, dass sie das 6. Gebot nicht kennen würden. Jedoch machen gerade in diesem Bereich viele die Erfahrung, dass der Geist willig, das Fleisch aber schwach ist (Mt 26, 41). In der Zeit der Arbeitsphase machte der Leiter der DGW-Projektgruppe gleich zweimal die Erfahrung, per Zufall auf dem Smartphone zweier befreundeter KJB-Mitglieder im Internetverlauf auf Clips gestoßen zu sein, die den Betroffenen dann äußerst peinlich waren – warum also länger dazu schweigen? Gehen wir das Thema an! Oder trauen wir es unserem allmächtigen Gott nicht zu, dass er auch in diesem Bereich Heilung und Rettung schafft?

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!!! Alles Gute und Gottes Segen zum Geburtstag Bischof Fellay !!!

Weihbischof Bernard Fellay (* 12. April 1958 in Sierre, Schweiz)

Weihbischof Bernard Fellay (* 12. April 1958 in Sierre, Schweiz)

GEBET FÜR DEN GENERALOBEREN

V: Herr Jesus Christus, höchster Hirt aller Gläubigen, wir bitten dich, blicke huldvoll hernieder auf unseren Generaloberen Bischof Fellay den du zum Oberhirten unserer Priesterbruderschaft St. Pius X. berufen hast.

A: Segne und beschütze ihn.

V: Erfülle ihn immer mehr mit deinem Heiligen Geiste und gib ihm täglich aufs neue die Kraft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

A: Laß ihn Hirt nach deinem Herzen sein.

V: Gib, daß er uns und unsere Bruderschaft zu deiner Ehre und zu unserem Heile regiere.

A: Laß den Generaloberen und seine Bruderschaft immer mehr zu einer wahren Familie werden.

V: Sende unserem Generaloberen kluge, treue und selbstlose Mitarbeiter; segne besonders die Stätten, an denen kommenden Priester herangebildet werden.

A: Uns alle aber erfülle mit der rechten Ehrfurcht vor deinem Stellvertreter. Laß uns erkennen, daß wir alle seine Mitarbeiter sind.

V: Stärke uns zu heiligem Gehorsam gegen seine Anordnungen, damit wir allezeit seine Freude und seine Krone seien.

A: Gib, daß Hirt und Herde dereinst den Lohn des Himmels erlangen.

V: Unbefleckt empfangene Gottesmutter, Schutzherrin unserer Priesterbruderschaft, deinem mütterlichen Herzen empfehlen wir den Generaloberen und seine Herde.

A: Breite deinen schützenden Mantel über uns alle.

V: Heiliger Papst Pius X., Patron unserer Bruderschaft:

A: Schütze unseren Generaloberen und unsere Bruderschaft. Amen.

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Katholische Gelassenheit – Teil 2

sicheres-surfen-freundeskreis-164843_Lvon Friedrich Reusch

Kennen wir das nicht alle? Wir sind sehr bemüht, ein christliches Leben zu führen, doch oftmals definieren wir uns nur über das, was wir nicht tun oder was wir nicht sind. Wir wollen eben nicht ein Leben führen, das sich nur um Alkohol, Parties und Äußerlichkeiten dreht. Dadurch sind wir leicht verunsichert, wie gesellig, sozial und gelassen wir eigentlich sein dürfen.

Dazu eine persönliche Geschichte: Vor einigen Jahren war ich in der Karwoche im Priesterseminar in Zaitzkofen. Einmal saß ich in meinem Zimmer und hörte, wie einige Seminaristen unten im Hof des Schlosses miteinander redeten und lachten. Ich war ganz verunsichert: Wie kann das sein? Muss man in der Karwoche nicht die ganze Zeit mit bitterem Gesicht herumlaufen und sich anschweigen?

Ich hatte nicht begriffen, dass innere Frömmigkeit, auch innere Ernsthaftigkeit, nicht bedeutet, nach außen hin für jeden sichtbar als Trauerkloß herumzulaufen. So sagt es auch Christus: “Wenn ihr fastet, so macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler” (Mt 6,16). Es ist ein Teil des Gebotes der Nächstenliebe, ja sogar ein Anzeichen christlicher Vollkommenheit, bei aller Ernsthaftigkeit eine gesunde Fröhlichkeit und Gelassenheit auszustrahlen – das beste Beispiel dafür war Erzbischof Lefebvre (vgl. Katholische Gelassenheit Teil 1, DGW 4/2014).

Was können wir tun, um auch nach außen hin fröhliche Christen zu sein, deren Glaube einladend ist? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: seien wir Menschen, mit denen man gerne zusammen ist, seien wir soziale Wesen, keine Einzelkämpfer, seien wir vergnügt, und nicht griesgrämig.

Der hl. Franz von Sales, dessen Milde und Menschenfreundlichkeit sprichwörtlich war, gibt dazu einige ermutigende Ratschläge (Die Zitate sind der „Philothea“ bzw. dem Büchlein „Weg zu Gott – gesammelte Texte [des hl. Franz von Sales, Anm.d.Red] über das religiöse Leben“ entnommen.)

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Katholische Gelassenheit – Teil 1

von Friedrich Reusch

Das Kennzeichen des Fanatikers ist das tobsüchtige verbale Um-sich-Schlagen, ohne vorher zu überlegen, wohin das führen soll. Ein weiteres sicheres Merkmal des Fanatikers ist das ständige Moralisieren und Kritisieren seines eigenen Umfeldes, wodurch er nur fadenscheinig kaschiert, dass er selbst in seinem Glauben und seiner Moral lange nicht so gesichert ist, wie er vorgibt.

Das Kennzeichen des Lauen, des „Latscherten und Läpperten“ (Franz Josef Strauß), ist hingegen ein vermeintliches Über-den-Dingen-Stehen: nur nichts wagen, nur niemand wehtun, nur nicht anecken. Mit seinem jovialen Gönnertum gegenüber Allem und Jedem ist er immer „fein raus“ und allseits wohlgelitten und merkt gar nicht, dass er in Wirklichkeit nicht Gott, sondern seine eigene Bequemlichkeit anbetet (man kann in diesem Zusammenhang vom bekannten „Sekuritätswahn“ des Spießbürgers sprechen).

Irgendwo in der Mitte („in medio stat virtus“) sollte er stehen, der wahre Katholik. Er muss unangenehm, darf auch manchmal reißerisch sein, ohne den Überblick über die Themen und die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Er muss andererseits aber auch wissen, wo es seelische Gewalt bedeuten würde, anderen seine Ansichten oder seine private Moralauslegung überzustülpen. Dabei wird er dann mit großer Wahrscheinlichkeit von den Fanatikern als lau und von den Lauen als Fanatiker beschimpft – es ist eben unangenehm, die berühmte katholische Maxime zu leben, die da lautet: „In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas“ (dt.: „In den nötigen Dingen Einigkeit, in den zweifelhaften Dingen Freiheit, in allem aber die Liebe“)! Auch hier zeigt sich der richtige, der gerade Weg eben als der schmale, schwierige und eventuell opferreiche Weg.

Family Dining Al Fresco

Grund zu verzagen? − Mitnichten!

Gerade die größten katholischen Persönlichkeiten haben uns vorgelebt, was es bedeutet, eine übernatürliche Gelassenheit zu leben. Dieser katholischen Gelassenheit wollen wir nachspüren und sind der Meinung, dass sich dafür das Leben Erzbischof Lefebvres in hervorragender Weise als Vorbild eignet. Er ist ein zuverlässiger Protagonist der befreienden Weite unseres Glaubens; auch ist allgemein bekannt, dass er durch und durch Katholik war – sein Glaube ging mit seiner Person sozusagen eine Symbiose ein, sodass er affektiert zur Schau gestelltes Frömmlertum nicht nötig hatte. Doch durfte Pater Schmidberger bei Lefebvres Beerdigung ins Gedächtnis rufen, dass es wohl niemanden gegeben haben mag, der ihm begegnet ist, ohne ermutigt und im Inneren gebessert geworden zu sein.

Seine Herzlichkeit, Wärme und positive Gelassenheit zeigt sich auch in den ausgewählten Passagen, die wir im Folgenden abdrucken (sie sind allesamt wörtlich entnommen aus der sehr lesenswerten Biografie über Erzbischof Lefebvre von Bischof Tissier de Mallerais1): Weiterlesen

„Dein Reich ist in den Wolken und nicht von dieser Erde“

Der Dichter Clemens Brentano und sein Werk – ein Leben für die Suche nach wahrer Liebe, Kunst und Religiosität

Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche (* 9. September 1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz); † 28. Juli 1842 in Aschaffenburg)

Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche (* 9. September 1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz); † 28. Juli 1842 in Aschaffenburg)

von Jonas Grininger

Wer sich eingehend mit der deutschen Romantik beschäftigt, wird an Clemens Brentano nicht vorbeikommen. Seine schriftstellerische Hinterlassenschaft hinsichtlich Sprache, Stil und Inhalt ist fester Bestandteil der deutschen Literaturgeschichte. Die Persönlichkeit und der Charakter Brentanos bilden einen wichtigen Schlüssel, um Zugang zu seinem Werk zu erhalten. Der Dichter, teils als „enfant terrible“ und Außenseiter gebrandmarkt, teils als romantische Schriftstellerexistenz schlechthin betitelt, hinterließ uns einen reichen literarischen Nachlass. Die bei ihm immer wiederkehrenden Motive Liebe, Religiosität und die Frage nach der richtigen Kunst laden ein, uns auf seine Spuren zu begeben und sein wechselvolles Leben und Werk näher zu betrachten.

Glauben, Hoffen, Lieben, Schweigen / Lass uns diese Pfade steigen!“ 1 Brentano entstammte einer wohlhabenden katholischen Kaufmannsfamilie. Er wurde am 9. September 1778 in Ehrenbreitstein, einem heutigen Stadtteil von Koblenz, geboren. Brentano war das zweite Kind aus der Ehe, die der verwitwete Vater Brentanos wieder eingegangen war. Brentano hatte insgesamt neunzehn Geschwister und Halbgeschwister. Die Vorfahren Brentanos väterlicherseits stammten aus Italien, der Vater siedelte nach Frankfurt am Main über und begründete dort ein großes Handelshaus. Der Vater war geprägt vom kaufmännischen Ethos, in welchem Rationalität und auf Nutzen ausgerichtetes Handeln leitende Werte darstellten, und galt als streng und gefühllos. Anders war die Mutter strukturiert. Sie pflegte einen liebevollen und einfühlsamen Umgang, sodass Brentano von frühester Zeit an, auch über ihren Tod hinaus, eine enge Bindung zu ihr entwickelte, die sein gesamtes späteres Leben anhielt. In den ersten Lebensjahren wuchs Brentano bei seiner Tante auf, später wurde er auf ein Internat geschickt. Als die Mutter des gerade Fünfzehnjährigen überraschend und noch sehr jung verstarb, erwies sich dies für Brentano als eine erschütternde Erfahrung, die ihn sein ganzes Leben lang prägte. Es ist erstaunlich, wie stark doch Erfahrungen in frühester Kindheit die spätere Persönlichkeit und das Wirken beeinflussten, auch wenn an dieser Stelle einer unangemessenen Psychologisierung von Brentanos Werk nicht Vorschub geleistet werden soll. Gespannt blieb zeitlebens das Verhältnis Brentanos zu seinem Vater. Dieser beabsichtigte, seinen Sohn zur Aufnahme einer kaufmännischen Ausbildung zu bewegen, wogegen sich dieser aber erbittert wehrte. Brentanos Interessen und Begabungen lagen auf einem ganz anderen Gebiet. Er war polyglott, hatte musische Neigungen und interessierte sich früh für Literatur und Philosophie.

Erste Liebe und literarische Erfolge: Die Jenaer Zeit Die Absage Brentanos an den Wertekanon des heraufziehenden bürgerlichen Zeitalters machte es selbstredend, dass alle Versuche des Vaters, den Sohn zu einer akademischen Laufbahn zu bewegen, scheitern mussten. Der Tod von Brentanos Vater 1797 markierte in dieser Hinsicht einen Wendepunkt. Dem jungen Brentano stand nun ein beträchtlicher Erbteil zu, der ihn für die gesamte Dauer seines Lebens finanziell unabhängig machte.

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Nach einem kurzen Zwischenspiel an der Universität zu Halle, an der er für das Studium der Bergwissenschaften eingeschrieben war, wechselte er 1798 nach Jena, um dort ein Medizinstudium aufzunehmen. Brentano hatte diesen Studienort bewusst gewählt, denn in Jena hatte sich zu jener Zeit ein Zirkel namhafter Vertreter der frühen romantischen Epoche gebildet, darunter die Gebrüder Schlegel und Ludwig Tieck. Auch die geografische Nähe zu Weimar, wo damals das „Viergestirn“ um Goethe, Schiller, Wieland und Herder ein produktives geistiges Zentrum bildete, mochte damals auf Brentano anziehend wirken. Entgegen dem Wunsch seiner Familie ging Brentano in Jena jedoch nicht medizinischen Studien nach, sondern suchte Zugang zur philosophischen und literarischen Diskussion der Zeit. Nach einigen ersten kleineren Gedichten und Erzählungen veröffentlichte Brentano 1801 den Roman Godwi mit dem Untertitel Das steinerne Bild der Mutter. Dieser Roman verschaffte dem 23-Jährigen erstmals eine größere Bekanntheit. Hier gab Brentano den davor zumeist theoretisch formulierten Ideen der Frühromantiker erstmals Romangestalt. Der Roman enthält auch das weltbekannte Gedicht von der Lore Lay, das entgegen vieler Mutmaßungen eine Eigendichtung Brentanos darstellt: „Zu Bacharach am Rheine / Wohnt eine Zauberin, / Sie war so schön und feine / Und riss viel Herzen hin. / Und brachte viel zuschanden / Der Männer rings umher, / Aus ihren Liebesbanden / War keine Rettung mehr!“ Und es endet mit dem Ausruf: „Und immer hats geklungen / Von dem drei Ritterstein: / Lore Lay / Lore Lay / Lore Lay /Als wären es meiner drei.“ 2 In diese Zeit fiel auch die erste große Liebe Brentanos, die er in einem Jenaer Salon kennenlernte. Es handelte sich um die Frau eines Justizprofessors, Sophie Mereau, die acht Jahre älter als er selbst war. Brentanos Hingabe und Liebe zu Sophie Mereau war absolut, denn offenbar schrieb er Mereau eine Mutterrolle zu, die diese aber zunächst nicht zu übernehmen bereit war. Nach der Lösung Sophie Mereaus von ihrem früheren Mann ging sie mit Brentano eine Verbindung ein und sie zogen nach Heidelberg. Von welch besitzergreifender Zuneigung zu Sophie Mereau Brentano ergriffen war, zeigt folgender Auszug aus einem Gedicht, welches Brentano zur Geburt des ersten Kindes dichtete: „ O Mutter halte dein Kindlein warm / Die Welt ist kalt und helle / Und leg` es sanft in deinen Arm / An Deines Herzens Schwelle.“ Und am Ende des Gedichts lässt Brentano ein Kind zu seiner Mutter sagen: „Was heilig dir zu aller Stund` / Das bin ich all gewesen, / O küss mich süßer Mund gesund, / Weil du an mir genesen.“ 3 Das neue Vaterglück endete jedoch jäh, als zunächst das erste Kind und kurz darauf auch das zweite starb. Als Sophie Mereau bei ihrer dritten Geburt im Kindbett verschied, war dies ein schwerer Schicksalsschlag für Brentano. Weiterlesen

Ein Aufsatz zum Thema Glück

Manuel Zahnervon M. Zahner

Die riesige Halle ist gefüllt bis auf den letzten Platz. Vor dem Gebäude stehen die Menschen dicht aneinander gedrängt und kämpfen fast tierisch um jeden Meter, um vielleicht doch noch einen Blick erhaschen oder ein Wort erlauschen zu können. Der Organisator kündigt den Auftritt an. Die Menge verharrt in konzentrierter Stille. Ein hagerer Mann in sonderbaren Klamotten, der trotz dieser aufgeheizten Atmosphäre Handschuhe trägt, betritt die Bühne. Die Menge verfällt, sobald sie ihn erblickt, in hysterisches Gekreische und tosendes Heulen. Auch wenn ihn die Sonne nicht blendet, trägt er eine große Sonnenbrille und von seinem Gesicht sieht man nur die gepuderten Wangen und die geschminkten Lippen. Seine wenigen ins Mikrofon gestammelten Worte, die immer wieder durch das tobende Publikum unterbrochen werden, sind: „This is it. This is really it. Thank you very much. I love you.“ Wenige Monate später stirbt er an einer Überdosis von Schmerzmitteln und einige Jahre danach ist er praktisch aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Ja, wir kennen ihn alle: Michael Jackson, the King of Pop.

Der gesellschaftliche Status dieses Mannes, sein Ansehen vor aller Welt scheint maximal zu sein. Mehr geht garantiert nicht. Und dennoch nimmt wohl niemand an, der das Leben von Michael Jackson (Drogen-, Alkoholexzesse, Kindsmissbrauch, Familienstreit) ein bisschen kennt, dass er das wahre Glück gefunden hat. Wir sehen an diesem Beispiel, dass die weltliche Anerkennung sehr oberflächlich ist und sich oft nur auf äußerliche Eigenschaften bezieht.

Was heute in der Gesellschaft geschätzt und geachtet ist, kann morgen schon wieder gehasst sein und als erbärmlich gelten. Das weltliche Ansehen ist so schnell vergänglich. Wenn man sich ernstlich darum bemüht, ist man in dauernder Sorge und Rastlosigkeit. Wenn man sein persönliches Profil ständig dem neusten Trend anpassen will, verfällt man der Profillosigkeit und verliert seine ganz eigene Identität. Ein klassisches Beispiel ist die Kleidermode. Auf moralisch-politischer Ebene gibt es auch Fälle: bis vor kurzem war Homosexualität in Deutschland geächtet und viele Bürger hielten sie für eine Perversion. Heute wird man der Menschenfeindlichkeit, Engstirnigkeit und der politischen Unkorrektheit beschimpft, wenn man noch den gleichen Standpunkt vertritt.

Wahres Glück muss zeitlos sein, denn sonst kann es sich morgen schon zu Unglück wenden. Darum müssen auch die Faktoren, die wahres Glück bewirken, zeitlos sein. Aus diesem Grund, kann und darf der gesellschaftliche Status keine absolute Bedingung für wahres Glück sein. Weiterlesen

Wanderlager 2014 – „So, als wären Sie selbst dabei gewesen“

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von Markus Buchmaier, Theresia Mayr

Sonntag, 17. August 2014: Herzlich willkommen. Unser Abenteuer beginnt heute, am 17. August 2014, und Sie, verehrter Leser, sind dabei. Lassen Sie es sich nicht entgehen! Sie werden staunen, was man alles erleben kann. Haben Sie auch ja nichts vergessen? Isomatte, Schlafsack und Sonnencreme? Halt nein, der Rucksack darf nicht so schwer sein! Wer braucht schon vierzehn T-Shirts – weg mit dem Überfluss! Maximal zwölf Kilogramm Gesamtgewicht, das genügt! Die Reise startet schon, bitte einsteigen, der Zug fährt gleich ab. Von Klagenfurt nach Treviso fahren wir dreieinhalb Stunden. Nutzen Sie diese Zeit, um noch ein wenig auszuruhen.,,

Alle aussteigen“ heißt es, denn wir sind angekommen. Draußen scheint herrlich die Sonne und vor uns liegt das ruhige Städtchen Treviso. Auf zum Dom, in dem Pius X. als Spiritual des Seminars und Domherr die Messe zelebrierte. Danach heißt es Abschied von dem Plauderpartner nehmen. Zwanzig Jugendliche teilen sich in zwei Gruppen auf. Die einen ziehen los in Richtung Asolo, die anderen machen sich auf den Weg nach Paese.

Montag, 18. August 2014:

Buongiorno e benvenuto! Sie befinden sich jetzt bei der Gruppe des hl. Pius X. Denn nach alter Tradition darf jede Gruppe einen Schutzpatron wählen. Unsere Gruppe besteht aus vier Mädchen und sechs Jungs. Wahrscheinlich wissen Sie noch gar nicht, was bei einem Wanderlager auf Sie zukommt. Um ehrlich zu sein, das kann man im Vorhinein auch gar nicht wissen. Das ist auch gut so, denn nur so kann man lernen, auf Gott zu vertrauen. Trotzdem gibt es einige Prinzipien, auf welche das Wanderlager aufgebaut ist. Die Jugendlichen sind aufgeteilt in Gruppen zu je acht bis elf Personen. Jede Gruppe hat einen Gruppenleiter und eine Stellvertreterin. Jede Gruppe ist während der Woche alleine unterwegs und für sich selbst verantwortlich. Es gibt keinen festen Tagesplan, allerdings muss der Gruppenleiter für das gemeinsame Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) und das gemeinsame Gebet (Morgengebet mit freiwilliger Betrachtung, Tischgebet, Rosenkranz und Abendgebet) Sorge tragen und den Jugendlichen diverse Aufgaben, wie Kochen, Abwaschen, Vorbeten und Betrachtung-Halten, zuteilen. Somit ist jeder Einzelne aufgefordert, an einem harmonischen Gruppenleben mitzuwirken. Weiterlesen

KJB Wanderlager 2014 durch Katalonien – aus der ehrlichen Sicht eines Teilnehmers

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Von Michael Schlembach

Lieber Leser,

man hört ja immer so einiges rund um die Pribru. Pribru, wie es so schön im Neudeutschen heißt, ist die Abkürzung für die Priesterbruderschaft St. Pius X. Wenn man sich, wie jeder anständige Bürger heutzutage, erst mal brav bei Wikipedia mit wertvollem Wissen über diese Organisation versorgt, kommt einiges zusammen, dass einen erstmal schlucken lässt. Aber Papier beziehungsweise der Bildschirm ist ja bekanntlich geduldig. Trotzdem war ich dann doch neugierig und dachte mir, wieso eigentlich nicht mal probieren? Und da ich keine halben Sachen machen wollte, fing ich meine Kennlerntour mit einem drei-wöchigen Erlebnis beim „Sahnehäubchen“ der Organisation an, der Jugend der Priesterbruderschaft.

Mit dem Rat von Matthäus 7,16 im Hinterkopf − „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ – nahm ich mir dann im Frühling diesen Jahres den Terminkalender der katholischen Jugendbewegung der Pribru vor. In meinem Kopf spielte sich beim Betrachten des Angebotes dann ungefähr folgender Monolog ab: „Interessant, was da so alles angeboten wird. Treffen, Bildungswochen, Lager etcetera. Das klingt doch nach einer durchdachten Sache. Moment, für wann war nochmal das Lager vorgesehen? Im August? Und was macht man da? Ein Wanderlager? Katalonien? Also knapp drei Wochen − ist aber schon echt lang. Wer will denn schon so viel von seinen Ferien für ein Lager opfern? Was macht man da überhaupt so alles? Mit solchen Spießern… was die wohl sagen werden? Die haben sicher immer was auszusetzen. Zwischen 16 bis 27 Jahre alt soll man sein. Joa, das wäre ja auch meine Altersklasse. Und vielleicht sind ja auch ein paar gescheite Mädels dabei, mit denen man was anfangen kann. Hihi, wahrscheinlich nur so welche in Röcken aus dem Stoff von Omas Gardienen, den man unten nur noch wie einen Sack zuziehen muss. Oje, und dann auch noch sicherlich den ganzen Tag beten. Beten und entspannen macht doch irgendwie gar keinen Sinn. Die tun sicherlich nach außen nur so scheinheilig. Bekanntlich sind ja die Katholiken die schlimmsten. Wir wissen ja, was aus Sängern wie Madonna oder „Künstlern“ wie Marilyn Manson wurde, die eine christliche Erziehung genossen haben… Aber wieso nicht, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Gesagt, getan! Weiterlesen

RAPPORT ZUR CHORWOCHE 2014

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von Miriam Manser

Anfangs Juli im Himmel.
Ein Chorwochenspion berichtet:

Grad unlängst im Himmel besprachen sich zwei
kleine Engel, was heute noch so zu tun sei.
“Nun, als Erstes da sollten ganz oben wir angeln
um Töne der Himmelsmusik einzusammeln!

Die heil’ge Cäcilia hat uns aufgetragen,
sie pünktlich zur Chorwoche runterzutragen!”
„Ei stimmt!”, sagt der andre: „Das wird mir ein Spaß!
Die Tenöre zu hören, Sopran, Alt und Bass!

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